21. Sep. 2022 St. Galler Brückenweg Trudi Bruderer
Teilnehmer 13 Damen, 4 Herren (inkl. TL)

Bericht und Bilder von Trudi Bruderer (BC SG)

„St. Galler Brückenweg“ - Wanderung vom 21.09.2022

Der St. Galler Brückenweg liegt im Natur- und Landschaftsschutzgebiet Sitter- und Wattbachlandschaft. Die Wanderung ist durchaus attraktiv und ansprechend, man darf sagen, es ist eine geschichtlich interessante und kulturelle Wanderung. Die Brücken überliefern den baulichen Werdegang über hunderte von Jahren. - Hat wohl der irische Wandermönch Gallus im Jahre 612 auf der Suche nach einer Stätte für seine Einsiedelei den Grundstein für diese Brücken gelegt? Bestimmt war das nicht sein Anliegen. -
Die schluchtartigen Täler der Sitter, der Steinach und der Goldach, die das junge Kloster und die darum entstandenen Siedlungen umgaben, erforderten von Pilgern, Bauern und Händlern seit jeher Ideen und Einfallsreichtum für Flussüberquerungen. Erst tragfähige Brücken, die mit Fuhrwerken befahren werden konnten, wurden die Hindernisse beseitig und verbesserte die Verkehrslage der Stadt St. Gallen.
Heute zählt St. Gallen zu den brückenreichsten Städten der Schweiz. Zudem finden wir die achtzehn bemerkenswerten Bauwerke mit den teils einzigartigen Charakteren direkt vor der „Haustüre“ der Stadt St. Gallen.
Ausgangspunkt der Wanderung ist Haggen-Schlössli. Bei jeder Brücke, die wir passieren, über- oder unterquerten, erläutert die Wanderleiterin epochale Informationen (z. B. über Baujahr, Namensgebung, Katastrophen, Renovationen u.w.m.). Bei schönstem Wetter und ohne Hast beschauen wir die 18 Brücken, Stege und Viadukte, die auf einer Distanz von ca. 10 Kilometern über Flüsse und Schluchten gebaut wurden. Landschaftlich bietet die Wanderung viel Abwechslung. Auf der ganzen Brückenweg-Wanderung vermissen wir aber ein Haus zum Einkehren, wo wir einen Kaffee genehmigen können. – Der Mönch Gallus war damals viel anspruchsloser und begnügte sich mit frischem Wasser aus der Steinach. – Endlich finden wir im Restaurant Spisegg doch noch eine Einkehr-Gelegenheit, wo wir freundlich bedient werden. Danach geht‘s weiter und der Pfad führt steil aufwärts durch das legendäre, sagenumwobene Drachenloch nach St. Josefen und Abtwil. – Fazit: Die Brückenweg-Wanderung ist sehr interessant und inhaltsreich.

Die 18 Brücken in Kurzform:
1 Fachbrücke: verbindet Haggen SG – Stein AR, Baujahr 1936/1937
2 Brücke Nordmühle: diente der ehemaligen Mühle, Baujahr 1787
3 kleine Hüslibrücke: gedeckte Holzbrücke, denkmalgeschützt, Baujahre 1655+1787
4 grosse Hüslibrücke: gedeckte Holzbrücke, Baujahre 1479+1710+1787
5 Brücke über die Urnäsch: gedeckte Holzbrücke, Baumeister und Kirchenbauer Hans Ulrich Grubenmann, Baujahr 1780
6 Brücke über die Sitter: gedeckte Holzbrücke, Saumweg St. Gallen - Herisau, Baujahr 1800
7 SOB-Sitterviadukt: gilt als höchste normalspurige Eisenbahnbrücke Europas, Baujahre 1907–1910
8 SAK-Kavernenbrücke: dient als direkter Zugang zur Kavernenzentrale der SAK, Baujahr 1973
9 SBB-Sitterviadukt: Eisenbahnbrücke St. Gallen - Winterthur, Baujahre 1924-1925
10 Kräzernbrücke: das 1778 erbaute Zollhaus diente bis weit ins 1800 Jhrt. zur Erhebung des Brückenzolls, Baujahre 1774–1778 + 1811-1814
11 Fürstenlandbrücke: Ersatz für Kräzernbrücke, die dem steigenden Verkehr nicht mehr gewachsen war, Baujahre 1937-1941
12 Billenbergsteg: beliebter Übergang nach Abtwil, Baujahre 1879+1924
13 Rechenwaldbrücke: erschliesst das Gebiet Tobel-Bruggen, Baujahr 1976
14 Hängesteg im Rechen: wird auch „Ganggelibrugg“ genannt, Baujahr 1882
15 Sitterviadukt: Autobahnbrücke A1 mit angehängtem Steg für Fussgänger und Velofahrer, Baujahre 1984–1986
16 Sitterbrücke der Filtrox AG: Fachbrücke bei der Spisegg, Baujahre 1877+1980
17 alte Spiseggbrücke: gedeckte Holzbrücke, diente bis 1964 dem Postautoverkehr von Engelburg nach St. Gallen, Baujahre 1592+1778
18 neue Spiseggbrücke: Ersatz für die alte Spiseggbrücke, Baujahre 1963-1964