11.-13. Aug. 2018 Lagginhorn / Jägihorn (mit ESCW) Hans Jaggi
Teilnehmer 3 Damen, 3 Herren (inkl. TL)

Bericht von Hans Jaggi

Am Samstagabend sind wir (mit der Seilbahn!) zur Übernachtung im Berghaus Hohsaas eingerückt (Haus sehr zu empfehlen). Am Sonntag Überschreitung Lagginhorn via Südgrat-Normalabstieg. Tour ist sehr lang und streng. Leider waren die Angaben im Führer nicht alle korrekt; wir mussten 3 Mal eine Sucherei veranstalten und verloren dabei viel Zeit. Die Tour ist aber sehr eindrücklich mit schmalen Graten und grossen Tiefblicken.
Am Montag die 14 Seillängen „Alpendurst“, durchgehend 4b und 4c, am Jägihorn geklettert. In der letzten Seillänge erwischte uns noch ein kleiner Regenguss, der die Felsen schön glitschig machte. Eine ideale alpine Kletterei; sehr gut abgesichert.
Es war eine gelungene Sache – Dank an alle Beteiligten.

Bericht von Susan Wiederkehr

Der Samstag ist schnell erzählt, die Bahn chauffierte die 5 Teilnehmerinnen direkt in die Unterkunft ins Hohsaas. Diese genossen noch die letzten Sonnenstrahlen und das 4000er Panorama bei einem Bierchen auf der Terrasse. Der Hans gesellte sich nach erfolgreicher Reko-Tour auch noch dazu und war somit der einzige, der wohl mehr als 50 Schritte gemacht hatte an diesem Tag.
Am Sonntag hiess es dann um 4h aufstehen und im Schein der Stirnlampen ins Lagginjoch aufsteigen. Das gelang problemlos und auf dem Joch erwarteten uns die ersten Sonnenstrahlen, gegen Osten über einem eindrücklichen Wolkenmeer, gegen Westen mit wunderbar rot gefärbten 4000ender Bergspitzen.
In drei 2er Seilschaften stiegen wir in den Grat ein. Der Rat „immer möglichst auf dem Grat bleiben“ befolgten nicht alle gleich und so gab es mal schwierigere und einfachere Varianten, für jeden etwas, aber man kam einigermassen zügig vorwärts. Bis dann zur berüchtigten Abseilstelle beim Gendarm – schon in diversen Berichten wurde über falsche Abseilerei berichtet. Wir schienen dem in nichts nachzustehen und Hans stieg nach einem „Sackgass-Versuch“ wieder hoch. Schliesslich, nach viel Schauen und Probieren war dann die richtige Abseilstelle beim dritten und letzten Gendarm gefunden. Viel Zeit hat die Stelle gekostet und die Hoffnung nun zügig voranzukommen, machte der letzte Gendarm im Grat zunichte. Das Abklettern schien in der sehr abschüssigen Wand nicht allen zu behagen, zumal nicht zu sehen war wohin das führte. So war auch da wieder Ausprobieren angesagt. Die einen seilten schliesslich ab, während die anderen abkletterten. Auch da ging viel Zeit verloren. Am Ende kamen alle mit mehr oder weniger Kraftausdrücken nach gut 8h auf dem Gipfel an.
Der Abstieg auf der Normalroute war dann zum Glück ohne Schlüsselstellen zu bewältigen. Lange erschien er trotzdem allen zu sein und so kehrte ein ziemlich müder und nach Bier lechzender Tross nach über 12h zurück zur Unterkunft im Hohsaas.
Es war eine eindrückliche Tour, danke Hans dafür.

Bericht von Hans Jaggi

Montag
Da die Chronistin der ersten zwei Tage das Weite gesucht hatte (natürlich nicht böswillig – andere Termine hatten gerufen), muss ich nun selber über den letzten Tag berichten.
Ja, ich geb‘s zu – ich hatte um 17 Minuten verschlafen; Grund: Fehlmanipulation an meiner Weckuhr! Gestartet sind wir aber nur mit 11 Minuten! Mit Sack und Pack steigen wir vom Berghaus bis in die Ebene des Tälli ab und deponieren am Einstieg zur Kletterroute „Alpendurst“ am Fusse des Jägihorns (2900m) das nicht benötigte Material. Dann steigen wir in die 13-Seillängen-Route ein; meistens im Grad 4b und 4c geht es zügig aufwärts. Jetzt rächt sich mein Verschlafen – wegen fehlenden 10 Minuten erwischt uns in der letzten SL ein Regenschauer! Beim Abstieg ist es fast schon wieder trocken und die Zeit reicht sogar, um in der Station Kreuzboden etwas Warmes zu bestellen. Dann lassen wir uns zufrieden nach Hause fahren. Danke den fünf unentwegten „Gspändli“, die immer wieder bei grossen und anspruchsvollen Touren mitmachen.