03.-10. Juli 10 Wanderwoche Valchava M. + R. Hartmann
Teilnehmer 21 Teilnehmer (inkl. TL)

Bericht von Alfons R. Schmid

Die Nachfrage war so gross, dass diese Wanderwoche mit Ausgangspunkt Valchava zwei Mal durchgeführt wurde, erstmals ab 12. Juni, dann zum zweiten Mal ab 3. Juli. Ich berichte über die zweite Woche, die sich von Beginn bis Ende durch sehr schönes, stabiles und teilweise heisses Sommerwetter auszeichnete, was – wie ich hörte – in der ersten Serie leider nicht der Fall war.

Monika und Rolf Hartmann haben den 21 Teilnehmern ein reiches Wander-, Touren- und Besichtigungsprogramm angeboten, das für Wanderer aller Stärkenklassen eine unglaubliche Vielfalt enthielt. Alle Teilnehmer waren voll des Lobes über die landschaftlich sehr attraktiven Wanderungen, grob zwischen Ofenpass (2100 m) und Müstair (1300 m) an der Grenze zu Italien, entlang der Hänge oder des Rombaches, aber auch zwischen Punta Drossa am Zugang zum Lago di Livigno durch unberührte Bergwälder und Bergblumenwiesen im Nationalpark bis Buffalora, an der Strasse zum Pass dal Fuorn gelegen, oder im Vinschgau vom mittelalterlichen Städtchen Glurns zur stolzen Churburg, errichtet 1253 von den Bischöfen von Chur (ich erinnere an den Auftritt von Robert geschützt mit einem Kettenhemd aus der grossen Sammlung von Rüstungen), gefolgt von einer herrlichen Wanderung über Waalwege, d.h. schmalen Fussweglein entlang von Bewässerungskanälen (Suonen). Das reichliche Wasser wird zur Bewässerung von Obstkulturen und Wies- und Ackerland am Talhang und im Talboden benutzt. Einige Unentwegte marschierten vom Kloster St. Johann in Müstair zum Kloster Marienberg bei Burgeis imVinschgau. Ausgewählte Bergsteiger stiegen in kleinen Gruppen hoch zu traumhaften Bergseen, wie der Lai da Rims (2400 m), oder auf den Piz Dora (2900 m), den Munt da Schera (2500 m) und ins Gebiet des Piz Terza (2900 m).

Drei besondere Attraktionen fanden Anklang. Einmal die Sternwarte (Zentrum für Astrofotografie) in Lü, die hoch über dem Talboden seit einem Jahr von einem Wissenschafter-Ehepaar betrieben wird und von der trockenen Luft, dem meist guten Wetter und der geringen Luft- und Licht-Verschmutzung im Münstertal profitiert. Drei grosse computergesteuerte Teleskope und Astro-Kameras stehen zur Verfügung. Zum Zweiten eine Einführung in die Verwendung von Herdenschutzhunden durch den Bergbauern und Bergführer J. A. Planta, wobei Rolf den angreifenden Wolf markierte. Zum Dritten erhielten wir Einblick in das Leben einer Bergbauernfamilie, die Geissen hält und aus deren Milch Käse herstellt und vertreibt.

Monika und Rolf haben basierend auf einer Idee von Dorette und Bernhard die Wanderwochen im Münstertal perfekt geplant, gebucht und durchgeführt. Sie haben mit Charme, Optimismus und Umsicht am Vorabend die Möglichkeiten für den folgenden Tag erläutert und dann mit viel Flexibilität und ohne Hektik je eine Gruppe vom Ausgangspunkt zum Wanderziel geführt. Sie haben ein sehr geeignetes, renoviertes und mit besonderen Wandmalereien verziertes Hotel in Valchava (Hotel Central) ausgewählt, dessen Leitung und Personal für Wünsche einer Wandergruppe viel Verständnis zeigte, und wo wir hervorragend verpflegt wurden. Die Gastgeberin, Frau Claudia Bättig, erklärte uns die wirtschaftlichen, sozialen und politischen Probleme und Aussichten des Val Müstair.

Herzlichen Dank an Monika und Rolf für deren grosse Leistung im Sinne der Clubziele. Die Wanderwochen Valchava waren ein herausragender Erfolg. Wir freuen uns schon heute auf die Einladung zur Wanderwoche 2011.