| 12./13. Juni 10 | Kinderbergsteigen Mettmen | Maya Baumann |
| Teilnehmer | 30 Teilnehmer (inkl. TL) | |
| Ausbildung | Kletter- und Seiltechnik | |
Bericht von Maya Baumann
Autsch, mit so vielen Teilnehmern hatte ich bigoscht nicht gerechnet. Wo finde ich eine Unterkunft für über 30 Personen? Dank Vitamin B (ich bin ja inzwischen in diesem Alter) kann ich kurzfristig das Küsnachter-Haus mieten. Offiziell hat es Platz für 25 Personen. 2 mehr gehen da auch noch rein. 2 Familien finden noch im Naturfreundehaus Platz. Also das wäre geschafft.
Aber hoppla, da muss ja noch gekocht werden. Wo find‘ ich so schnell eine gute Köchin? Blut ist bekanntlich dicker als Wasser und manchmal ist Verwandtschaft, sprich Schwester, einfach wirklich praktisch. Warum sie diesen Job übernimmt? Vermutlich mag‘ sie mich wirklich. Im Schlepptau bringt sie auch noch den Küchengehilfen Marcel mit (auch Nachbarschaft kann praktisch sein), der sich gleich voll reinhängt und uns alle dazu bringt, mehr zu essen als es unser Hunger vorsah.
Jetzt ging noch die Suche nach brauchbaren Helfern los. Mein Hilferuf-Mail an alle die mir so einfielen, echote zunächst nicht vielversprechend. Ein Kinderbergsteigen ohne genügend Helfer wird zum Flopp und endet im Frust (Autsch – wie peinlich). Aber alle Achtung, nach 2 Wochen Bedenkfrist meldeten sich doch noch ein Paar ESCW-Gspänli. Vielen Dank, und ich sehe das absolut als nicht selbstverständlich an. Danke, danke, danke, danke, merci, merci, merci, dito, dito, dito,dito (reicht’s?).
2 Tage vor dem Event die Frage: durchführen oder nicht? Das Wetter fordert mich voll heraus. Mittags um 13.00 Uhr das schönste Wetter. Aber der Wetterbericht!!!! Ein absoluter Bauchentscheid: jetzt gömmer eifach. Punkt.
Am Samstag regnet‘s. Mein Bauch sagt plötzlich nichts mehr. Sogar meine Tochter stänkert und will nichts mehr vom helfen wissen. Ich fühle mich sehr einsam. Aber nichts anmerken lassen. Ich suche krampfhaft meinen Optimismus (auch der nur ein kümmerlicher Haufen). Doch jetzt heisst’s einfach: the Show must go on!!
Das erste High light: das Küsnachterhaus ist phantastisch. Die Teilnehmer trudeln ein und zuerst gibt’s Zmittag aus dem Rucksack - im Trockenen.
Gegen 13.00 Uhr hört der Regen auf und wir ziehen mit den Kindern los Richtung Stausee und Kärpfbrücke. In der Zwischenzeit bauen die „Jungs“ eine Seilbahn. Nach gut 2 Stunden sind wir zurück und jetzt fängt das KiBe richtig an. Die gebaute Seilbahn ist sehr eindrücklich und kommt voll gut an. Daneben wird an der Staumauer abgeseilt und die Kinder versuchen auch wieder hochzuklettern, was die Muckis der Eltern fordert.
2 Sorten Spaghetti, Salat und Schoggicreme. Die Welt ist absolut in Ordnung und um 21.00 Uhr sieht und hört man keine Kinder mehr. Kein einziges kommt noch runter und sucht sein Mami oder Papi. Also den Samstag haben wir gut über die Staumauer gebracht und nach einem Kafi Schnaps gehen auch die Grossen go pfusä.
Um 08.00 regnet’s. Nach dem Frühstück (sogar mit Nutella) regnet’s. Betten abziehen, aufräumen, sackra, s’regnet immer noch. Mein Bauch hat immer noch kein Gefühl. Mit viel Zweckoptimismus starten wir um 10.00 Uhr Richtung Wideralpstöcke. Und oh Wunder, beim Rausgehen hört’s tatsächlich auf zu regnen. Also los und in einer knappen Stunde erreichen wir den Klettergarten. Zwar ist noch alles Nass, aber wir richten trotzdem einige Routen ein –es wird bestimmt noch besser. (Ständig fallen mir Sprüche ein wie: Die Hoffnung stirbt zuletzt. Oder: Vom Regen in die Traufe.
Zuerst aber wird ein Feuer gemacht. Ist das jetzt Rauch oder Nebel? Schwierig zu unterscheiden. Verschämt muss ich zugeben, dass ich die Wurst zuhause gelassen habe (Echt peinlich, ich bin als Lügner entlarvt).
Der Fels wird zunehmend trockener und die Begeisterung der Kinder wächst. Raufklettern, abseilen, und einige sichern bereits selbstständig. Auch die Vorsichtigen getrauen sich plötzlich und sind voll dabei. Gegen halb drei heisst es dann leider zusammenpacken.
Ach ja, da gab’s dann auch noch nasse Hosen, Schuhe und von 2 Zähnen durfte nur noch einer wieder mit nach Hause.
Zuhause wartete brav mein Cervelat, hab‘ mich nochmals etwas geschämt, hab‘ ihn dann gegessen und mein Bauchgefühl war auch plötzlich wieder da und hat gemeint, der ist auch kalt gut und den Anlass durchzuführen trotz des Wetterrisikos ist auch richtig gewesen. Aber, dass der Anlass gelungen ist, hat ja eigentlich nichts mit meinem Bauch zu tun, sondern daran sind allein die Teilnehmer „schuld.“