8. Juni 2008 Beichle statt Neunalpspitz Brigitte Dorn
Änderung  Beichle statt Neunalpspitz

Bericht von Manuel Plüss

Trotz misslicher Wetterlage fand sich am Sonntagmorgen ein buntgemischtes Häuflein fünf Unentwegter, die den Weg in die Zentralschweiz antreten wollten, um auf die Beichle zu gelangen. Per Bahn und Postauto erreichten wir nach rund zwei Stunden Schüpfheim-Chlusboden, den Ausgangspunkt unserer Wanderung. Diese führte uns zunächst querfeldein durch eine Bergwiese – dabei kam der eine oder die andere bereits feuchte und anschliessend wohl auch kalte Füsse. Die farbenprächtige Alpen-Flora entschädigte aber mehr als gebührend für diese kleinen Unannehmlichkeiten. Mit zunehmender Höhe änderte sich das Landschaftsbild: Nachdem wir ein längeres Wegstück im Wald absolviert hatten, waren nach Erreichen der Baumgrenze zunehmend Stein und Fels vorherrschend.

Beim steilen Aufstieg stellten sich uns zuweilen unerwartete Hindernisse in den Weg. So konnte eine Kuhherde erst nach mutiger Intervention der weiblichen Gruppenmitglieder (bewaffnet mit Nordic-Stöcken) dazu gebracht werden, den Pfad freizugeben. Die beiden männlichen Teilnehmer koordinierten die ganze Aktion diskret im Hintergrund. Diese strategische Disposition („Frauen voraus“) hat sich im Lauf der Wanderung noch einige Male bewährt, konnten wir uns damit doch nebst weiteren Kuh- und Schafherden auch einer Horde zudringlicher Lamas erwehren.

Das eigentliche Herzstück der Tour - die Gratwanderung - wurde leider durch den dicken Nebel wortwörtlich „getrübt“. Nur wenn die Sonne jeweils einige Minuten die Nebeldecke durchbrach, liess sich erahnen, welch traumhaftes Panorama bei schönem Wetter zu erblicken wäre.

Plangemäss erreichten wir nach rund drei Stunden den Gipfel auf 1700 Metern – die kühle Witterung lud nicht aber nicht zum längeren Verweilen ein. So nahmen wir den Abstieg via Herbrig nach Escholzmatt nach einer kurzen Lunchpause rasch in Angriff.

Beim Abstieg durften wir erfahren, dass auch Nebel und nasskalte Witterung durchaus ihren Reiz haben kann: Der graue Schleier schuf im feuchten Walddickicht eine romantisch-melancholische Stimmung, die (zumindest den Schreibenden) stark an die Landschaftsbeschreibung in Conan Doyles berühmten Roman „Der Hund der Baskerville“ erinnerte.

Kurz vor Escholzmatt erwartete uns schliesslich eine freudige Ueberraschung: Zum ersten Mal an diesem Tag verwöhnte uns Petrus mit strahlendem Sonnenschein! Damit wurde die Prophezeiung eines Teilnehmers gar noch übertroffen, der orakelte, auf der Rückreise würde uns sicherlich schönes Wetter erwarten.

In der 3700-Seelen-Gemeinde Escholzmatt stillten wir unsere kulinarischen Genüsse und liessen den wunderschönen Tag ausklingen lassen, ehe wir die Rückreise nach Zürich antraten.

Alle Teilnehmenden durften einen rundum gelungenen Tour geniessen – Danke an Brigitte Dorn für die Organisation und die tadellose Führung.