19. Apr. 2008 Von Wald nach Wattwil Brigitte Dorn

Bericht und Bilder von Brigitte Dorn

Von Wald nach Wattwil über aussichtsreiche Bergrücken oder von Frühling in den Winter und wieder in den Frühling, so könnte man das Motto dieser Wanderung nennen, denn Schnee gab es fast mehr als während dem ganzen Winter auf den Gipfeln des Zürcher Oberlandes. Wir 14 liessen uns davon aber nicht beeindrucken und marschierten unserem wohlverdienten Mittagsziel, der Chrüzegg entgegen. Nur der mit einem Drahtseil gesicherte Abstieg von der Höchhand war ein bisschen kniffelig!

Bericht von Fritz Gull

Tiefhängende, dunkle Wolken und Regen prägen den Start unserer Wanderung von Wald nach Wattwil. Kurz vor acht Uhr treffen sich die meisten Teilnehmer guten Mutes im Hauptbahnhof in der S-Bahn Richtung Rüti. Unterwegs steigen noch einige zu. So sind wir im Postauto zur Höhenklinik Wald 14 Wanderer/innen. Dort gönnen wir uns in der Kantine ein warmes Getränk bevor wir den Marsch ins kühl-feuchte und windige Wetter wagen. Die Alpen sind in zu einem grossen Teil in Wolken gehüllt.

Nach dieser Stärkung ziehen wir sportlich los. Zu unserer Freude regnet es nicht und weit im Westen sind schon die ersten Aufhellungen auszumachen. Als erstes erreichen wir den Farner (1157m) und steigen dann langsam hoch zum Schwarzenberg (1293m). Dort geniessen wir eine herrliche Aussicht in die immer noch verhüllten Glarner Berge, auf den Zürichsee, die bewalteten und zum Teil noch schneebedeckten Hügel des Tösstals und weit in den Jura und den Schwarzwald. Auch lassen sich die tief verschneiten Berge wie Mythen, Rigi und Pilatus gut erkennen.

Immer wieder queren wir Felder mit nassem, schwerem Schnee. Da sind unsere Kollegen und Kolleginnen mit Gamaschen beneidenswert im Vorteil. Auf dem Weg zur Höchhand wird das zügige Vorwärtskommen plötzlich gestoppt. Eine nach allen Seiten steil abfallende Partie ist noch mit viel Schnee bedeckt und macht allgemein keinen trittsicheren Eindruck. Zum Glück ist diese Stelle mit einem Fixseil begehbar gemacht. So schaffen es alle, langsam aber heil tiefer unten wieder auf gutem Wanderweg anzukommen.

Unterwegs treffen wir immer wieder erste Boten des Bergfrühlings. So können wir uns an der schwefelgelben Wald-Primel (Primula elatior), der goldgelben Wiesen-Primel (Primula veris) und dem leuchtend blauen Frühlings-Enzian (Gentiana verna) erfreuen. Beim Aufstieg auf die Chrüzegg treffen wir die Familie von Carin. Ralf hat sich mit den beiden Mädchen gemütlich auf einem grossen Stein niedergelassen.

Im Restaurant Chrüzegg gönnen wir uns eine Lunchpause. Es muss wohl schon nach 13:00 sein. Die Sonne scheint und der Himmel ist Richtung Westen und Norden mit Strassen schöner Cumuluswolken überzogen. Trotz beissend kaltem Ostwind lassen sich einige vor dem Restaurant nieder. Die anderen haben sich an die Wärme zurückgezogen. Vom Restaurant geniessen wir die wunderschöne Sicht auf den Bodensee, den Schwarzwald und in die schwäbische Alp.

Von der Chrüzegg stapfen wir nochmals über ausgedehnte, von der Sonne durchnässte Schneeflecken. Über den Älplisattel gelangen wir zum Alp-Geiss-Chopf von wo wir eine beieindruckende Sicht in den Alpstein, das Toggenburg und auf die Churfirstenkette erleben.

Beim Abstieg nach Wattwil tauchen wir wieder in den Frühling ein. Sattgrüne Wiesen mit Wiesenschaumkraut und leuchtendenm Löwenzahn begrüssen uns. Mit einem Spurt schaffen wir es gerade noch auf den bereits einfahrenden Zug nach Rapperswil. Ebenso nahtlos erreichen wir die S5 via Wetzikon zurück zum Hauptbahnhof in Zürich, wo alle wieder ziemlich sommerlich gekleidet sind.

Es hat sich gelohnt, trotz trüber Aussichten am Morgen nach Wald zu fahren.