27. Juli 2018 Totale Mondfinsternis: Sternwarte Rümlang Niklaus Bernet
Teilnehmer 4 Damen, 3 Herren (inkl. TL)

Bericht von Niki Bernet

Dank der Presse mit ihrem Blutmond und der längsten Dauer dieses Jahrhunderts wurden an diesem Abend die öffentlichen Sternwarten beinahe von Besuchern überrannt. In unserer Sternwarte Rümlang sollen es gegen 300, in Bülach gar gegen 700 Besucher gewesen sein.
Die 7 Teilnehmer vom Bergclub machten deshalb bereits am Anfang noch vor dem grossen Gedränge und der Sichtbarkeit der Mondfinsternis einen Besuch in Kuppel, wo mein Kollege Klaus Haller vorerst seine Teleskope auf unseren Abendstern, die Venus gerichtet hatte. Sie bekamen so alle einen Eindruck von unserer Einrichtung und konnten unseren Nachbarplaneten, den Abendstern, durch das Okular sehen.
Da in der Kuppel nur 30 Personen Platz finden, waren dort während der eigentlichen Sichtbarkeit der Mondfinsternis grosse Wartezeiten in Kauf zu nehmen. Deshalb waren vorsorglich auf der Wiese davor ein paar, von Mitgliedern der Sternwarte zur Verfügung gestellte private Teleskope, aufgestellt.
Gebannt schauten wir kurz nach Sonnenuntergang um neun Uhr gegen Südosten. Ab diesem Zeitpunkt sollte auch bei uns der Mond zu sehen sein. Doch wir mussten uns noch einige Minuten gedulden, da am Horizont ein paar Quellwolken die Sicht beeinträchtigten. In der Dämmerung war er vorerst kaum sichtbar. Mit zunehmender Dunkelheit konnte man dann immer deutlicher sehen, wie er seine rostbraune Farbe (nicht blutrot) annahm.
Neben der Mondfinsternis konnten wir auch die Planeten Venus, Saturn unddJupiter beobachten. Später kam dann der Mars ebenfalls in Opposition wie der Mond dazu. Es ist eine absolute Seltenheit, dass so viele Planeten gleichzeitig am Abendhimmel zu sehen sind. So wollte sich auch die ISS nicht lumpen lassen und überflog uns um 10:39.
Leider konnten wir nur noch den Beginn des austretenden Mondes aus dem Kernschatten, der um 23 Uhr 13 begann, von der Sternwarte aus verfolgen. Der Zug Richtung Zürich wartete nicht.
Um 0 Uhr 13 hatten wir unseren Mond wieder in seiner vollen Helligkeit, wie Susanne mir in einem SMS um 0:27 schrieb. „Jetzt scheint er mir wieder ins Schlafzimmer.“
Für diejenigen, die die Mondfinsternis diesmal verpasst haben – die nächste Totale findet am frühen Morgen 21. Januar 2019 statt. Etwas kürzer aber genau so eindrücklich.