27. Okt. 2017 Besichtigung der Seilerei Kislig M. + R. Hartmann
Teilnehmer 11 Damen, 10 Herren (inkl. TL)

Bericht von Monika und Rolf Hartmann

In Winterthur Breite steht eine der wenigen Seilereien der Schweiz. Der über 100-jährige Betrieb gehört Martin Benz, einem Handwerker mit grosser Leidenschaft für seinen Beruf. Stolz zeigt er uns seine lange, schmale Produktionsstätte, in der er bis zu 75 Meter lange Seile gestreckt herstellen („schlagen“) kann.
Entlang der eigentlichen Reeperbahn („Reep“ für Seil) reihen sich die altehrwürdigen Maschinen, auf denen die Rohmaterialien wie Hanf, Flachs, Sisal und Kunstfasern in mehreren Schritten zu immer dickeren Strängen gedreht oder geflochten werden. Jahrtausende an Erfahrung und durchdachte Technik alter Schule ermöglichen die Herstellung einer grossen Vielfalt von Produkten für Bauern, Akrobaten, Zauberer, Architekten usw. Selbst Lunten für Vorderladergewehre wurden schon hergestellt.
Ein wichtiger Anwendungsbereich sind für die Firma Kislig Geräte auf Kinderspielplätzen. Zusammen mit seinem Lehrling muss sich Herr Benz auf Kleinserien und Spezialanfertigungen konzentrieren. Die Herstellung von Massenware überlässt er hoch automatisierten Fabriken zumeist im Ausland.
Beim anschliessenden Besuch im Betriebsladen begegnen wir dann den Seilen aus der Reeperbahn in einer Vielzahl von Fertigprodukten für den Haushalt, die Haltung von Haustieren oder als Dekoration. Nach der Besichtigung der Produktion schaut man diese Artikel mit ganz anderen Augen an.