3./4. Sep. 2016 Dent de Tsalion (mit ESCW) Carin Antweiler
Änderung  Überschreitung der Fünfingerstöcke am Samstag, 3.9.
Teilnehmer 1 Damen, 5 Herren (inkl. TL)

Bericht von Martin Kessler

Da das Wetter für den Sonntag im Wallis nichts Gutes versprach, wählte Carin ein neues Ziel im Susten Gebiet. Das Wetter zeigte sich am Samstag von der sonnigen Seite mit wenig Wind und idealen Temperaturen.
Start und Endpunkt war der Parkplatz auf 2060müM. Von dort aus machten sich die 6 Teilnehmenden auf die Socken. Entlang dem Bachlauf das Obertal hinauf Richtung Obertalstock, von wo aus der wild gezackte SW-Grat sich den anrückenden Drachenbergsteigern ein erstes Mal präsentierte. Der Einstieg dann östlich des Untertalstock durch eine Scharte Richtung Grat.
Auf dem westlichen Obertaljoch (2720müM) angekommen, braucht es eine andere Reifenmischung, will heissen Bergschuhe ab und Finken an, sowie Gurt und Metall-Klimbim um die Hüfte schnallen.
Jetzt wird es zumindest für den Berichtenden ernst. 16 Seillängen im 3. bis 5 Grad, mit doch sehr bescheiden möblierten Sicherungspunkten entlang der Route, warten auf die drei 2-er Seilschaften.
Doch der Granit zeigt sich von der griffigen Seite und bietet genügend Gelegenheiten, eigene Sicherungen zu setzen. Unterwegs sorgen einige Schlüsselstellen, wie der Quergang der 9. Seillänge mit viel Luft und wenig Fels unter den Füssen, für etwas angespannte Nervenstränge und schlotternde Hosen, obwohl diese doch so eng anliegen ;) . Dafür entschädigen immer wieder Aus- und Tiefblicke Richtung Titlis, Wendenstöcke und Sustenhorn. Nach allen gemeisterten Schwierigkeiten lacht uns der Gipfel auf gut 2970müM entgegen.
Viel Zeit zum Faulenzen bleibt allerdings nicht bei doch über 5h Kletterzeit und 3 1/2h Zu –und Abstieg. Vom Gipfel seilen wir in 2 Strecken auf den Obertaletscher ab, wechseln die Reifen diesmal auf Bergschuhe mit Steigeisen und nehmen den Pickel kurz zur Hand, zumindest um ihm das Gefühl zu vermitteln, auch gebraucht zu werden. Der Rest auf Schnee von vorgestern, Eis und Schotter zurück Richtung Ausgangspunkt. Eine spannende, schöne und luftige Gratkletterei findet ihren Ausklang bei einem wohlverdienten Boxenstopp im Garagenbergbeizli auf dem Weg zurück im Meiental.